Stand: Mai 2026
Anschlussfinanzierung 2026 – Zinsbindung läuft aus, was jetzt zu tun ist
Kurz erklärt
Läuft Ihre Zinsbindung aus, haben Sie vier Optionen: Prolongation bei der bisherigen Bank, Umschuldung zu einem anderen Institut, ein Forward-Darlehen bis zu 60 Monate im Voraus oder der Verkauf, wenn die neue Rate nicht mehr tragfähig ist. Beginnen Sie 12–36 Monate vor Ablauf mit dem Vergleich – die Umschuldung ist im Schnitt 0,2–0,5 Prozentpunkte günstiger als das erste Angebot der Hausbank. Stand: 2026.
Die vier Optionen im Überblick
Die Prolongation ist der bequemste Weg: Die Bank schickt etwa drei Monate vor Ablauf ein Angebot, das per Unterschrift angenommen wird – ohne neue Grundschuldbestellung und ohne Notarkosten. Sie ist selten die günstigste Variante.
Bei der Umschuldung wechselt die Restschuld zu einem neuen Institut. Es fallen Kosten für die Grundschuldabtretung an (rund 0,2–0,3 % der Grundschuld), die sich bei einem Zinsvorteil ab etwa 0,2 Prozentpunkten meist bereits im ersten Jahr amortisieren.
Ein Forward-Darlehen sichert den heutigen Zins für einen Abschluss in bis zu 60 Monaten. Der Aufschlag liegt bei etwa 0,01–0,03 Prozentpunkten je Vorlaufmonat. Sinnvoll bei erwarteten Zinssteigerungen – Sie sind zur Abnahme verpflichtet.
Sonderkündigungsrecht nach § 489 BGB
Bei Darlehen mit fester Zinsbindung besteht nach zehn Jahren ab Vollauszahlung ein gesetzliches Kündigungsrecht mit sechs Monaten Frist – ohne Vorfälligkeitsentschädigung. Das gilt auch, wenn die Zinsbindung ursprünglich auf 15 oder 20 Jahre vereinbart war. Wer 2016 oder früher abgeschlossen hat, sollte dieses Recht 2026 aktiv prüfen.
Wenn die neue Rate nicht mehr passt
Steigt die Rate deutlich, gibt es mehrere Stellschrauben: Laufzeit verlängern und Tilgung senken, Sondertilgung aus Eigenkapital, Teilverkauf einer nicht benötigten Einheit – oder der vollständige Verkauf. Wichtig ist, diese Entscheidung vor dem Auslaufen zu treffen und nicht unter Zeitdruck: Ein geplanter Verkauf erzielt in Düsseldorf im Schnitt spürbar bessere Ergebnisse als ein Notverkauf.
Übersicht
| Option | Vorlauf | Typischer Kostenvorteil |
|---|---|---|
| Prolongation Hausbank | 3 Monate | Referenz – meist teuerstes Angebot |
| Umschuldung | 6–12 Monate | 0,2 – 0,5 Prozentpunkte günstiger |
| Forward-Darlehen | 12–60 Monate | Zinssicherheit, Aufschlag je Vorlaufmonat |
| Verkauf | 6–12 Monate | Vermeidet nicht tragfähige Raten |
Anschlussfinanzierung: Optionen im Vergleich
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Häufige Fragen
Wann sollte ich mich um die Anschlussfinanzierung kümmern?▼
Idealerweise 12 bis 36 Monate vor Ablauf der Zinsbindung. So bleibt Zeit für einen Angebotsvergleich und – bei erwarteten Zinssteigerungen – für ein Forward-Darlehen.
Was kostet ein Bankwechsel?▼
Für die Abtretung der Grundschuld fallen rund 0,2–0,3 % der Grundschuldsumme an Notar- und Grundbuchkosten an. Ab etwa 0,2 Prozentpunkten Zinsvorteil lohnt sich der Wechsel in der Regel bereits im ersten Jahr.
Kann ich mein Darlehen vorzeitig kündigen?▼
Nach § 489 BGB können Sie zehn Jahre nach Vollauszahlung mit sechs Monaten Frist kündigen – ohne Vorfälligkeitsentschädigung, auch bei längerer vereinbarter Zinsbindung.
Lohnt sich ein Verkauf statt einer teuren Anschlussfinanzierung?▼
Wenn die neue Rate die dauerhafte Belastungsgrenze überschreitet oder die Immobilie ohnehin nicht mehr zur Lebenssituation passt, ist ein geplanter Verkauf meist die bessere Lösung als ein späterer Notverkauf unter Zeitdruck.
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