Stand: Mai 2026

Vermögensnachfolge mit Immobilien – Holding, Stiftung oder Schenkung?

Kurz erklärt

Für die Übertragung von Immobilienvermögen gibt es 2026 vier gängige Wege: Schenkung unter Nutzung der Freibeträge (alle 10 Jahre 400.000 € je Kind), Schenkung unter Nießbrauchvorbehalt, die Familienholding für größere Bestände und die Familienstiftung zur dauerhaften Bündelung. Welcher Weg passt, hängt von Bestandsgröße, Familienstruktur und Versorgungsbedarf ab – und gehört immer in die Hand von Steuerberatung und Notariat. Stand: 2026.

Schenkung: der einfache Weg mit Freibeträgen

Kinder haben je Elternteil einen Freibetrag von 400.000 €, der alle zehn Jahre neu genutzt werden kann. Wer früh beginnt, kann so über zwei bis drei Übertragungszyklen erhebliche Werte steuerfrei übertragen. Wichtig ist eine belastbare Bewertung der Immobilie – ein zu hoher Ansatz verschenkt Freibetrag, ein zu niedriger provoziert Rückfragen des Finanzamts.

Nießbrauch: übertragen, aber Erträge behalten

Beim Nießbrauchvorbehalt geht das Eigentum über, die Mieterträge und das Nutzungsrecht bleiben bei den Übertragenden. Der Kapitalwert des Nießbrauchs mindert den schenkungsteuerlichen Wert deutlich. Der Nachteil: Ein späterer Verkauf ist nur gemeinsam möglich, und die Immobilie ist in der Praxis schwerer beleihbar.

Familienholding: Struktur für größere Bestände

Bei mehreren Objekten wird der Bestand häufig in einer vermögensverwaltenden Gesellschaft gebündelt. Anschließend werden Anteile statt einzelner Immobilien übertragen – schrittweise, ohne Grundbuchänderung je Übertragung und ohne die Substanz aufzuteilen. Stimmrechte lassen sich dabei von der wirtschaftlichen Beteiligung trennen, sodass die Steuerung zunächst bei der älteren Generation bleibt.

Familienstiftung: dauerhafte Bündelung

Eine Familienstiftung hält das Vermögen dauerhaft und schützt es vor Zersplitterung durch Erbengemeinschaften. Sie ist allerdings aufwendig in Errichtung und Verwaltung und unterliegt der Erbersatzsteuer alle 30 Jahre. Sinnvoll ist sie in der Regel erst ab deutlich zweistelligen Millionenwerten oder bei komplexen Familienkonstellationen.

Übersicht

WegGeeignet fürWesentlicher Nachteil
Schenkung mit Freibetrag1–3 Objekte, frühe PlanungKontrollverlust nach Übertragung
Schenkung mit NießbrauchVersorgungsbedarf der ElternVerkauf nur gemeinsam möglich
FamilienholdingPortfolios ab ca. 5 ObjektenLaufender Verwaltungs- und Beratungsaufwand
FamilienstiftungSehr große Vermögen, ZersplitterungsschutzErbersatzsteuer, hohe Komplexität

Wege der Vermögensnachfolge im Vergleich

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir die Abstimmung mit einem Steuerberater oder Fachanwalt für Erbrecht. nextconcept Immobilien unterstützt im Verbund mit erfahrenen Steuerberatern in Düsseldorf.

Weiterführende Themen

Häufige Fragen

Wie hoch ist der Schenkungsfreibetrag für Kinder?

400.000 € je Kind und Elternteil, nutzbar alle zehn Jahre. Bei Enkeln sind es 200.000 €, bei Ehepartnern 500.000 €.

Lohnt sich eine Familienholding für Immobilien?

In der Regel ab etwa fünf Objekten oder einem Bestandswert im mittleren einstelligen Millionenbereich. Darunter überwiegt meist der laufende Verwaltungsaufwand den Vorteil.

Was ist der Vorteil einer Schenkung unter Nießbrauch?

Der Kapitalwert des Nießbrauchs mindert den steuerpflichtigen Wert der Schenkung deutlich, während Mieterträge und Nutzungsrecht bei den Übertragenden bleiben.

Wann ist eine Familienstiftung sinnvoll?

Wenn das Vermögen dauerhaft gebündelt und vor Zersplitterung durch Erbengemeinschaften geschützt werden soll – typischerweise ab deutlich zweistelligen Millionenwerten. Zu berücksichtigen ist die Erbersatzsteuer alle 30 Jahre.

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