Stand: Mai 2026

Vermögenssteuer in Deutschland: Wie hoch ist das Risiko für Immobilieneigentümer?

Kurz erklärt

Die Vermögenssteuer ist in Deutschland seit 1997 ausgesetzt, aber gesetzlich nicht abgeschafft. Politisch wird sie regelmäßig diskutiert, vor allem von SPD, Grünen und Linken. Für Immobilieneigentümer wäre die Bewertungsfrage entscheidend: Im Gespräch sind Verkehrswert-Modelle mit Freibeträgen von 1–2 Mio. € je Person und Steuersätzen von 1 % p. a. – das würde viele Düsseldorfer Eigentümer mit einer Immobilie im Wert von 1,5–3 Mio. € erstmals belasten. Stand: 2026.

Das Thema Vermögenssteuer kehrt mit jeder Bundestagswahl auf die politische Agenda zurück. Für Eigentümer von hochwertigen Immobilien in Düsseldorf, Oberkassel oder Kaiserswerth ist die Frage konkret: Welches Modell ist realistisch, wie wäre die Immobilie zu bewerten und welche Strukturen schützen Vermögen langfristig?

Rechtlicher Status quo

Die Vermögenssteuer wurde 1997 vom Bundesverfassungsgericht als verfassungswidrig erklärt, weil Immobilien zu niedrig und andere Vermögenswerte zu hoch bewertet wurden (Einheitsbewertung). Sie wurde nicht abgeschafft, sondern lediglich ausgesetzt. Eine Wiedereinführung wäre möglich, wenn eine verfassungskonforme Bewertung gelingt – genau hier liegt die Hürde.

Welche Modelle politisch diskutiert werden

  • SPD-Modell: 1 % p. a. ab 2 Mio. € pro Person, gemeinsame Veranlagung Ehepaare 4 Mio. €.
  • Grünen-Modell: progressiv 1–1,5 %, Freibetrag 2 Mio. €.
  • Linke: 5 % ab 1 Mio. €, deutlich strenger.
  • Einmalige Vermögensabgabe: diskutiert als Krisen-Instrument, einmalig 10–30 % über mehrere Jahre.

Wie Immobilien bewertet würden

Praktisch alle aktuellen Vorschläge basieren auf dem Verkehrswert (Marktwert). Das ist verfassungsfest, aber teuer für Düsseldorfer Eigentümer: Eine Villa in Oberkassel mit Marktwert 3,5 Mio. € und Hypothek 800.000 € würde mit 2,7 Mio. € Nettovermögen erfasst – bei einem Freibetrag von 2 Mio. € und 1 % Satz wären das 7.000 € pro Jahr.

Strategien zur Risikobegrenzung

  • Frühzeitige Übertragung auf die nächste Generation unter Nutzung der Schenkungsfreibeträge alle 10 Jahre.
  • Familiengesellschaften (GmbH & Co. KG) zur Bündelung und steueroptimierten Verwaltung.
  • Nießbrauchgestaltungen reduzieren den steuerlichen Wert der Schenkung.
  • Geografische Diversifikation (Mallorca, Schweiz) – Achtung: Wegzugsbesteuerung beachten.
  • Realistische Bewertung der eigenen Immobilien dokumentieren, um im Ernstfall sofort handlungsfähig zu sein.

Übersicht

Vermögen (Netto)Freibetrag 2 Mio. €Satz 1 %Jährliche Belastung
1,5 Mio. €——0 €
3,0 Mio. €2,0 Mio. €1 %10.000 €
5,0 Mio. €2,0 Mio. €1 %30.000 €
10,0 Mio. €2,0 Mio. €1 %80.000 €

Modellrechnung auf Basis des SPD-Modells, vereinfacht. Stand: 2026.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine steuerliche oder rechtliche Beratung. Für individuelle Entscheidungen empfehlen wir die Abstimmung mit einem Steuerberater oder Fachanwalt für Erbrecht. nextconcept Immobilien unterstützt im Verbund mit erfahrenen Steuerberatern in Düsseldorf.

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Häufige Fragen

Gibt es 2026 eine Vermögenssteuer in Deutschland?▼

Nein. Die Vermögenssteuer ist seit 1997 ausgesetzt. Sie ist gesetzlich nicht abgeschafft, wird aktuell aber nicht erhoben. Eine Wiedereinführung ist politisch in Diskussion, aber nicht beschlossen.

Wie hoch wäre die Vermögenssteuer auf eine Immobilie?▼

Bei den derzeit diskutierten Modellen 1 % pro Jahr auf den Verkehrswert (abzüglich Schulden) oberhalb des Freibetrags. Eine Villa mit 3 Mio. € Nettovermögen würde bei 2 Mio. € Freibetrag rund 10.000 € jährlich kosten.

Welche Freibeträge sind realistisch?▼

Die meisten Modelle nennen 1–2 Mio. € pro Person, Ehepaare also 2–4 Mio. €. Für Betriebsvermögen werden separate, höhere Freibeträge diskutiert.

Kann ich mich gegen Vermögenssteuer absichern?▼

Bewährte Strategien sind frühzeitige Schenkungen unter Nutzung der 10-Jahres-Freibeträge, Familiengesellschaften, Nießbrauchgestaltungen sowie professionelle Vermögensverwaltung über ein Family Office.

Was ist der Unterschied zur Vermögensabgabe?▼

Die Vermögensabgabe ist eine einmalige Sondersteuer in Krisensituationen (z. B. Lastenausgleich nach 1948), die Vermögenssteuer dagegen eine laufende jährliche Steuer.

Wie wirkt sich eine Vermögenssteuer auf Düsseldorfer Immobilienpreise aus?▼

Erfahrungsgemäß steigt vor Inkrafttreten der Verkaufsdruck – viele Eigentümer reduzieren Immobilienquoten. Mittelfristig würden Preise im Premiumsegment leicht nachgeben, das knappe Angebot in Top-Lagen stabilisiert allerdings.

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